Zum Jubiläum ein Heimspiel

Auch die 51. Ausgabe der GEVA-Jahrestagung bestätigte ihren Ruf, alles, außer gewöhnlich zu sein. Nach zweijähriger, Corona-bedingter Pause feierte die GEVA ihr 50. Firmen-Jubiläum mit zwölfmonatiger Verspätung in Köln nach. Dabei unterstrichen mit Erfüllung der Bonusliste auch die Geschäftsergebnisse das philosophische Motto der Tagung: „Alles im Fluss“.

11.07.2022


 

Rund 300 Teilnehmer waren Mitte Juni der GEVA Einladung zur Jubiläums-Tagung in die Millionen-Metropole Köln gefolgt, um sich nach zweijähriger Pause über die aktuelle Entwicklung und perspektivische Ausrichtung der Verbundgruppe zu informieren. Und sie sollten durchaus positiv überrascht werden. Denn, so Andreas Vogel, Sprecher der GEVA Geschäftsführung: „2021 war umsatz- und ergebnisseitig sicher kein erfreuliches, aus strategischer Sicht aber ein immens wichtiges Jahr. So haben wir z. B. unsere Gastro-Kunden bei der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle unterstützt und gezielt auf die Neuakquise innovativer Vertriebsformen gesetzt, um langfristig ausbleibende Umsätze in tradierten Bereichen zu kompensieren. Wir haben darüber hinaus auch langjährige Aktivitäten und Prozesse kritisch hinterfragt, um uns in der Folge neu aufzustellen und damit für die Nach-Corona-Zeit gut gerüstet zu sein.“

 

Vorsichtig optimistisch zeigte sich auch der GEVA Aufsichtsrat-Vorsitzende Holger Penndorf: „Ich will mich in aller Öffentlichkeit bei der GEVA Mannschaft und auch der Geschäftsführung dafür bedanken, dass wir durch diese raue See seit 2019 sicher, wenn auch nicht unbeschadet gekommen sind.“ Penndorf sieht darin ein Zeichen für gute Führungskultur und -kompetenz. Über die geschäftliche Entwicklung müsse man nicht reden, die spreche für sich. Alles andere aber passe. Auch GEVA Aufsichtsrat Bernd Schulte zieht nach zwei Corona-Jahren eine durchaus positive Bilanz: „Trotz der schwierigen geschäftlichen Situation hat die GEVA diese Zeit gut gemeistert und letztlich ihre Leistung gegenüber den Gesellschaftern erbracht.“

 

Streetfood mit Dom-Blick

Traditionell bildet der Gesellschafterabend den Auftakt einer jeden GEVA Jahrestagung. So auch beim Jubiläums-Heimspiel. Auf Einladung der Warsteiner Brauerei, der Niehoffs Vaihinger Fruchtsaft GmbH sowie Red Bull Deutschland GmbH ging es nach einem kurzen Get-together mit Begrüßungsdrink im zentral gelegenen Marriott Hotel zu kurzweiligen Stadtführungen durch die Kölner Altstadt und später zielorientiert über den Rhein, hin zum gläsernen Kubus des „Sticky Fingers“. Der transparente Treffpunkt am Ufer des Flusses gelegen begeistert mit einem spektakulären Blick auf das Wahrzeichen der Stadt, den Kölner Dom, und punktet zudem mit feinster Streetfood-Küche. Bei kühlem Warsteiner in handgelabelten GEVA Jubiläumsflaschen, fruchtigen Cocktails, belebenden Erfrischungsgetränken und traumhaftem Sommerwetter wurde in temperaturbedingt durchaus hitzigen Diskussionen die Pandemie-Pause aufgearbeitet und allseits zum Ausdruck gebracht, wie sehr der direkte Austausch und das Miteinander gefehlt haben.

„Endlich mal wieder Leute sehen, endlich mal wieder Kollegen sehen, sich mit ihnen austauschen, endlich mal wieder zusammen sein – wir haben das zwei Jahre nicht erlebt“, freute sich Martin Dreyer, Inhaber von Getränke Dreyer in Münster, und Ronny Degenkolbe, Geschäftsführer der Getränke Nordmann GmbH, ist überzeugt, dass der Branche erhebliche Veränderungen bevorstehen und die GEVA in diesem Zusammenhang sehr viel für die Getränkefachgroßhändler tun könne und müsse. „Einen Schwerpunkt der Arbeit sehe ich künftig bei den Preis- und Konditionssystemen“, so das neue Mitglied im GEVA Gastro Fachbeirat. Auch für André Stelling, Leiter Key Account Systemgastrono¬mie/Hotellerie bei Warsteiner, und Jens Stahmer, Key Account Manager HoReCa bei Niehoffs Vaihinger Fruchtsaft GmbH, steht die gegenseitige Unterstützung im Fokus. So begründen beide das Engagement ihres Unternehmens beim Gesellschafterabend mit der Bedeutung des persönlichen Miteinanders. „Wir freuen uns, die Branche wieder zu sehen, wieder zu treffen und sie in dieser herausfordernden Zeit unterstützen zu können“, formuliert Stelling und Stahmer sagt: „Das ist eine sehr kommunikative Veranstaltung. Hier trifft man alle Kollegen, hier kann man wunderbar Netzwerken.“ Derweil lobte Red Bull Key Account Manager Norbert Teipel, die gute, kontinuierlich wachsende Zusammenarbeit mit der GEVA. „Das ist eine wunderbare Geschichte, darauf kann man weiter aufbauen.“

 

Geile Zeit

Den Auftakt des zweiten Tages bildete die offizielle Gesellschafterversammlung, bevor es dann am Abend zum Highlight einer jeder GEVA Jahrestagung, der GEVA Party, kam. Ort des kommunikativen Geschehen: Die Flora in Köln, deren prunk- und prachtvoller Festsaal den perfekten, weil gebührenden Rahmen für die Geburtstags-Feier bot und Dank der Unterstützung zahlreicher Sponsoren mit geballter Getränke-Kompetenz (ABInBev, Asahi Brands Europe, Bundaberg, Coca Cola, Cölner Hofbräu P. Josef Früh, Danone Waters, Eckes Granini, Fever-Tree, Gerolsteiner, Maisel, MBG International Premium Brands, Pernod Ricard Deutschland, Radeberger Gruppe) glänzen konnte.

 

Zu Beginn des offiziellen Programms wurde es im Rahmen der würdigen Verabschiedung des langjährigen GEVA Aufsichtsratsvorsitzenden Waldemar Behn, seines Gremiumskollegen Claus Lippert und der GEVA Geschäftsführerin Finanzen und IT, Irmgard Küster, durch Andreas Vogel sehr persönlich, emotional und auch ein wenig wehmütig. Es sei „verdammt lang her“, dass er vor 22 Jahren ins Amt gewählt worden sei, konstatierte Behn auf der Bühne und erinnerte sich im Interview an „fröhliche“ aber auch „sehr ernste Diskussionen“ im Aufsichtsrat. „Ich werde diese Diskussionen vermissen wie die regelmäßigen Treffen, aber die entstandenen Freundschaften zu allen aktuellen und ehemaligen Aufsichtsratskollegen weiterhin pflegen.“

Von einer „geilen Zeit“ sprach dann Claus Lippert, der das tolle GEVA Team lobte und sich wie Kollege Behn über eine „Goldene GEVA Ehrennadel“ und eine individualisierte Abschiedszeitung freuen durfte, derweil es für die freiwillig scheidende Geschäftsführerin Blumen und die besten Zukunftswünsche vom Geschäftsführerkollegen Andreas Vogel gab. Die Nachfolge von Irmgard Küster als kaufmännischer Geschäftsführer tritt Dipl.-Kaufmann Gregor Lex, zuletzt Gesamtverantwortlicher für den Finanz- und IT-Bereich beim Briefdienstleister dvs – Deutscher Versand Service GmbH, an.

 

Award-Gewinner

Im direkten Anschluss wurden die Gewinner des „5. AWARD DER GASTFREUNDSCHAFT – Beste Speise- und Getränkekarten 2022“ gekürt. Die Auszeichnungen in Gold, Silber und Bronze, die mit 1.500,-, 1.000,- und 500,- Euro Preisgeld dotiert sind, sowie den seit 2020 ausgeschriebenen gastronovi-Sonderpreis, eine maßgeschneiderte Software-Komplettlösung für Gastronomen im Wert von ca. 5.000,- Euro, gingen an: The Blasky Restaurant / Frankfurt (Gold), Kabine Restaurant / Essen (Silber), Gasthaus Toni's by Wenisch / Straubing (Bronze) und KostBar / Schwandorf (gastronovi Sonderpreis). „Die Gesamtpräsentation, von der Verabschiedung langjähriger Mitarbeiter bis hin zur Auszeichnung der Award-Gewinner, fand ich großartig“, befand Nicola Baumert, Supervisor of Membership & Business Development bei der Coperama Central Europe GmbH.

 

Steh auf, mach laut!

Für die musikalische Unterhaltung sorgten neben dem großartigen DJ Matthias Landsleitner keine Geringeren als die bundesweit bekannte Kölner Kultband HÖHNER. Von der ersten Sekunde an zogen sie mit ihrem knapp 60-minütigen Auftritt die Gäste in ihren Bann. Was folgte war eine rauschende Party mit Hits wie „Viva Colonia“ und „Wenn nicht jetzt, wann dann“ im Minuten-Takt, hervorragendem Sound und einer Bühnenshow, die an Professionalität nichts zu wünschen übrig ließ. Die Zuschauer dankten es der 7-Köpfigen-Band mit Dauertanz, Mitsingeinlagen und tosendem Applaus, der bei „Steh auf, mach laut!“ seinen Höhepunkt fand.

 

„Mensch, ich wusste gar nicht, dass die HÖHNER spielen. Was für eine Überraschung - echt super!“, freute sich Anke Hargreaves, Leitung Zentraleinkauf bei der Block House Restaurantbetriebe AG, derweil sich Sven Wortmann, Geschäftsführer Vertrieb der Carolinen Brunnen GmbH, als HÖHNER-Fachmann outete: „Da ich aus der Region komme, kenne ich die HÖHNER natürlich sehr gut und fand auch den Auftritt klasse.“

 

Dialoge und Diskussionen

Auch im Jubiläumsjahr kam die GEVA Jahrestagung bestens bei den Teilnehmern an. Gerade nach der zweijährigen Zwangspause wurde überdeutlich, wie bedeutsam der persönliche Austausch zwischen allen Marktbeteiligten ist. „Präsenz ist das, was in der Gastronomie und Hotellerie das Wichtigste ist. Es ist das, wovon wir leben“, ließ Sören Pfahl, Procurement Category Manager F&B und Non-Food der Dorint GmbH verlauten und Marcel Freches, Leiter AM GFGH bei Anheuser Busch InBev freute sich über die Gelegenheit, wieder intensive Gespräche führen zu können. Wörtlich sagte er: „Wir freuen uns, wieder zusammen zu sein, gemeinsam zurückzublicken aber vor allem, nach vorne zu schauen, um gewisse Dinge noch gemeinsam zu erreichen.“

 

Und dafür stehen nach Ansicht von Frank Höhler, Mitglied der Geschäftsführung bei der Franken Brunnen GmbH & Co. KG, die Chancen gar nicht schlecht. „Die GEVA als Verbundgruppe mit ihrem sehr interessanten Mix an Getränkefachgroßhändlern und Dienstleistungen ist für uns ein sehr attraktiver Partner mit dem wir gerne zusammenarbeiten“. Und auch Dirk Reinsberg, Geschäftsführender Vorstand des Bundesverbands des Deutschen Getränkefachgroßhandels sieht in einer so großen Kooperation wie der GEVA einen wichtigen Partner. „Gerade in schwierigen Zeiten die hinter uns aber auch noch vor uns liegen, sind starke Kooperationen, die auf eine langjährige Erfahrung zurückgreifen können, extrem wichtig. Nur so können wir sowohl auf landes- als auch auf bundespolitischer Ebene gestärkt in Dialoge und Diskussionen mit der Politik eintreten.“

 

Auswärtsspiel

Ob, wieweit und mit welchen Ergebnissen das in den kommenden Monaten gelingt, kann am 12. Mai 2023 diskutiert werden. Denn dann treffen sich die GEVA Gesellschafter mit ihren Partnern aus Industrie, Systemgastronomie, der Hotellerie, der Fachpresse und vielen anderen Bereichen wieder zum direkten und offensiven Meinungsaustausch. Diesmal nicht bei einem Heim-, sondern bei einem echten Auswärtsspiel. Austragungsort der 52. GEVA Jahrestagung ist nämlich die irische Hauptstadt Dublin.

 

 

Von: Rupa Chatterjee